Tischler/Schreiner - vielfältiger Beruf mit Karrierechancen
Als Tischler und Schreiner verarbeitest du Holz oder verschiedene Holzwerkstoffe. Du verwendest aber auch andere Materialien wie Kunststoff, Glas, Metall und Stein. So vielfältig wie die Werkstoffe sind auch die Produkte, die du herstellst. Übrigens handelt es sich bei beiden Bezeichnungen um denselben Beruf. Im Norden sprechen die Leute von "Tischlern", im Süden von "Schreinern". Aber ihre Arbeit unterscheidet sich nicht.
In vielen Tischler- und Schreinerbetrieben baust du Möbel und ganze Inneneinrichtungen, zum Beispiel Küchen. Deine Aufgabe ist es dann, auf individuelle Kundenwünsche einzugehen und in Abstimmung mit den Kunden eigene Entwürfe umzusetzen. Dabei kannst du dich mit deiner Kreativität voll ins Zeug zu legen. Auch der abschließende Einbau beim Kunden gehört zu deinen Aufgaben.
Andere Betriebe haben sich auf die Fertigung von Fenstern, Türen oder Treppen spezialisiert. Selbst Wintergärten kannst du bauen. Kurz gesagt: Rund ums Wohnen gibt es fast nichts, was du als Tischler oder Schreiner nicht selbst entwerfen und umsetzen kannst. Dabei arbeitest du mit modernen Maschinen, einige sind sogar computergesteuert. Das bedeutet jedoch nicht, dass du handwerklich nichts drauf hast. Ganz im Gegenteil: Die Technik unterstützt deine Fähigkeiten, die du in der Ausbildung gelernt hast. Übrigens: Auch Mädchen können diesen Beruf ergreifen!
Die Ausbildung stellt einige Herausforderungen an dich. Wenn du noch nicht sicher bist, ob Tischler und Schreiner der richtige Beruf für dich ist, kannst du erst mal einen Eignungstest machen.
In verschiedenen Einstiegsqualifizierungen oder einem Praktikum kannst du erste Erfahrungen in einem Betrieb sammeln und lernst bereits grundlegende Tätigkeiten.
Die Ausbildung zum Tischler oder Schreiner dauert in der Regel drei Jahre. Nach bestandener Gesellenprüfung stehen dir viele weitere Karrieremöglichkeiten offen. Wenn du dich danach mit einem eigenen Betrieb selbstständig machen willst, musst du die Meisterprüfung ablegen.
Herausforderungen als Tischler/Schreiner
Der Beruf des Tischlers und Schreiners ist beliebt, weil er Spaß macht und Respekt verschafft. Die breite Tätigkeitspalette stellt aber auch Ansprüche an dich. Um als Tischler oder Schreiner Erfolg zu haben, solltest du möglichst viele der folgenden Eigenschaften mitbringen:
- Handwerkliches Geschick
- Freude am Umgang mit Holz und anderen Werkstoffen
- Räumliches Vorstellungsvermögen
- Zeichnerisches Talent
- Formgefühl
- Technisches Verständnis
- Interesse an der Arbeit mit modernen, auch computergesteuerten Maschinen
- Fähigkeit, Zusammenhänge zu erkennen
- Körperliche Fitness
- Kommunikations- und Teamfähigkeit
Woche des Eignungstests
Jedes Jahr im Herbst organisiert die Innungsorganisation der Tischler und Schreiner eine "Woche des Eignungstests" für ihr Gewerk. Wenn du dich für den Beruf interessierst, kannst du in dieser Woche an einem freiwilligen einstündigen Test teilnehmen. Nach dem Test erhältst du ein Zertifikat über deine Leistungen. So erfährst du, ob du prinzipiell für den Beruf Tischler/Schreiner geeignet bist oder ob du deine Leistungen in der Schule noch verbessern solltest. Das Zertifikat kannst du auch als Grundlage für eine spätere Bewerbung um ein Praktikum oder einen Ausbildungsplatz verwenden.
In der Regel organisiert die Tischler- oder Schreiner-Innung bei dir vor Ort den Test an einem festen Termin. Wenn du nichts davon in der Zeitung liest oder von deinen Freunden erfährst, ruft du am besten einfach mal bei der Innung an und erkundigst dich. Wann genau die "Woche des Eignungstests" jeweils stattfindest, erfährst du rechtzeitig vorher hier.
Der Eignungstest gliedert sich in drei Teile:
Teil 1: Allgemeine Befragung
Hier werden dir Fragen zu deiner Person und deinen Interessen gestellt, damit wir dich besser kennenlernen. Deine Antworten fließen nicht in die Bewertung ein.
Teil 2: Kenntnisprüfung
In diesem Teil sollst du Aufgaben aus den Bereichen Rechnen, Allgemeinwissen und Rechtschreibung lösen.
Teil 3: Leistungstest
Hier sind dein logisches Denken, dein räumliches Vorstellungsvermögen und dein technisches Grundverständnis gefragt.
Für die Beantwortung der Fragen hast du eine Stunde Zeit. Vor oder nach dem Test wird dir außerdem eine zweiminütige Konzentrationsaufgabe gestellt.
Hier findest du einige Beispielaufgaben.
Beispielaufgaben
Zum Hineinschnuppern in den Test hier ein paar Beispielaufgaben:
1. Eine Wohnung hat ein Volumen von 395,5 m³. Wie hoch sind die Räume, wenn die Fläche der Wohnung 113,0 m² beträgt?
2. Du kaufst eine Stichsäge für 120,- € inklusive 16% Mehrwertsteuer. Wie hoch ist der Betrag der Mehrwertsteuer in Euro?
3. Wer wählt den Bundeskanzler?
4. Zähle vier Bundesländer auf und nenne jeweils deren Landeshauptstadt!
5. Die folgenden Zahlenreihen sind nach einer bestimmten Gesetzmäßigkeit aufgebaut. Durch welche Zahl wird die Zahlenreihe logisch fortgesetzt?
10 15 20 25 30 35 ??
2 4 6 8 10 12 14 ??
6. Welche der Figuren a bis d gehört zu folgender Abwicklung?

7. Welches Rad macht die wenigsten Umdrehungen?

8. Konzentrationstest
Die Aufgabe besteht darin, so schnell wie möglich - aber dennoch korrekt – folgende d's durchzustreichen:

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EQJ - Türöffner für die Tischler- und Schreinerausbildung
Vielleicht möchtest du erst mal in den Beruf des Tischlers und Schreiners hineinschnuppern, bevor du dich für die dreijährige Lehre entscheidest. Dann ist es am besten, du bewirbst dich bei einem Betrieb für ein Praktikum oder eine Einstiegsqualifizierung für Jugendliche, kurz: EQJ.
Die EQJ dauert in der Regel sechs bis zwölf Monate. In dieser Zeit lernst du schon einiges von dem, was Tischler und Schreiner alles können. Und vielleicht hast du Glück und wirst nach der EQJ sogar in eine reguläre Ausbildung übernommen! Die Zeit deiner Einstiegsqualifizierung kann dir dabei auf die Lehrzeit angerechnet werden. In jedem Fall erhältst du nach der EQJ von deinem Betrieb ein Zeugnis.
Die EQJ ist ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis, das heißt der Betrieb zahlt für dich Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, zur Rentenversicherung sowie zur Kranken- und Pflegeversicherung. Auch du selbst bekommst einen Lohn für deine Arbeit. Dafür kann dein Chef eine Förderung bei der Bundesagentur für Arbeit (BA) beantragen.
Voraussetzung für eine EQJ ist, dass du noch nicht 25 bist. Für nähere Informationen erkundigst du dich am besten bei deiner BA vor Ort.
Praktikum als Berufsstart
Ein Praktikum in einem Tischler- oder Schreinerbetrieb ist aus vielen Gründen sinnvoll. Während oder nach deiner Schulzeit ermöglicht es dir Einblicke, die deine Entscheidung für oder gegen eine Tischler- oder Schreinerausbildung erleichtern. Du lernst die Arbeit kennen, die Tischler und Schreiner täglich leisten. Und du erfährst, wie die Abläufe in einem Betrieb aussehen. Passt du gut ins Team, wirst du vielleicht sogar direkt in eine Ausbildung übernommen. Als Abiturient brauchst du unter Umständen ein Praktikum, um für ein Studium an einer Hochschule zugelassen zu werden.
Möchtest du gern ein Praktikum machen, ist es am besten, du stellst dich persönlich bei dem Betrieb deiner Wahl vor. Dabei hilft es dir, wenn du das Zertifikat des Eignungstests dabei hast, den die Tischler und Schreiner jedes Jahr anbieten. Dieser Nachweis zeigt dem Betriebsinhaber, dass du dich ernsthaft für den Beruf interessierst und welche Kenntnisse du hast.
Ausbildung zum Tischler/Schreiner
Die Ausbildung zum Tischler oder Schreiner dauert in der Regel drei Jahre und endet mit der Gesellenprüfung. Die meiste Zeit arbeitest du dabei in deinem Lehrbetrieb. Um dir das theoretische Rüstzeug anzueignen, gehst du aber auch zur Berufsschule.
Während deiner Lehre hilfst du bei der Abwicklung von Aufträgen. So lernst du alle Tätigkeiten, die im Betrieb anfallen. Du fertigst, was die Kunden bestellen: Möbel, Inneneinrichtungen, Messebauten, Fenster, Türen, Treppen, Wintergärten und vieles mehr.
Zur Auftragsabwicklung gehören auch Planung und Vorbereitung der Arbeitsabläufe im Vorfeld sowie Lieferung und Einbau der Produkte beim Kunden. Am Ende deiner Lehre kannst du Kundenaufträge eigenständig abwickeln.
Bis es soweit ist, zeigt dir der Meister oder Ausbilder im Betrieb, alles, was du wissen musst: wie du Holz und andere Werkstoffe richtig verarbeitest, wozu die Maschinen in der Werkstatt dienen und natürlich, wie du sie bedienst.
Wenn du am Ende deiner Lehrzeit die theoretische und die praktische Abschlussprüfung bestehst, erhältst du deinen Gesellenbrief.
Karrieremöglichkeiten nach der Lehre
Als ausgebildeter Tischler oder Schreiner hast du viele Möglichkeiten, dich nach der Gesellenprüfung weiter zu qualifizieren. Man unterscheidet bundesweit geregelte Fortbildungen und besondere Fortbildungen nach Handwerksordnung (HWO).
Die bundesweiten Fortbildungen sind:
- Geprüfter Kundenberater im Tischlerhandwerk
- Geprüfter Fertigungsplaner im Tischlerhandwerk
- Geprüfter Fachbauleiter im Tischlerhandwerk
Zu den besonderen Fortbildungen nach HWO gehören:
- Elektrofachkraft - festgelegte Tätigkeiten
- Gestalter im Tischler-/Schreinerhandwerk
- Tischler/Schreiner für Restaurierungsarbeiten
- Restaurator im Tischler-/Schreinerhandwerk
Lehrgänge zur Fortbildung "Elektrofachkraft im Tischler- und Schreinerhandwerk" sowie "Tischler/Schreiner für Restaurierungsarbeiten" werden von den Landesfachverbänden angeboten.
Geprüfter Kundenberater
Als geprüfter Kundenberater hast du eine verantwortungsvolle Aufgabe: Du übernimmst im Betrieb die Betreuung der Kunden. Du nimmst deren Anforderungen und Erwartungen entgegen und setzt sie um, und zwar unter gestalterischen, fertigungstechnischen und wirtschaftlichen Aspekten. Dir obliegt die Projektplanung. Du entwirfst Gestaltungs- und Konstruktionsvorschläge, Alternativen zu Kundenwünschen und erstellst Konstruktionspläne. Dabei stimmst du die Aufgaben immer mit den Bereichen Fertigung und Einbau ab.
Außerdem sorgst du als Kundenberater dafür, dass der Betrieb neue Aufträge bekommt. Du erstellst Angebote, bearbeitest Reklamationen und unterstützt die Betriebsleitung bei Werbemaßnahmen.
Die Lehrgänge zum Geprüften Kundenberater werden von Bildungseinrichtungen der Fachverbände der Tischler und Schreiner, von Handwerkskammern und von freien Trägern angeboten. Sie umfassen in der Regel rund 300 Stunden.
Geprüfter Fertigungsplaner
Als Geprüfter Fertigungsplaner bist du für den reibungslosen Ablauf der Fertigung im Betrieb verantwortlich. Du planst Kapazitäten und Arbeiten, ermittelst die Fertigungszeiten, kalkulierst die Kosten und koordinierst die Abläufe. Außerdem erstellst du technische Unterlagen, organisierst und optimierst die Fertigungsprozesse und stellst die Qualität der Produkte sicher. Zu deinen Aufgaben gehört es auch, die Mitarbeiter zu führen und zu motivieren.
Die Lehrgänge zum Geprüften Fertigungsplaner werden von Bildungseinrichtungen der Fachverbände der Tischler und Schreiner, von Handwerkskammern und von freien Trägern angeboten. Sie umfassen in der Regel rund 300 Stunden.
Geprüfter Fachbauleiter
Als Geprüfter Fachbauleiter übernimmst du bei Montage-Aufträgen die Planung und Koordinierung sowie die Lieferung und Abnahme. Du bist sowohl für den ordnungsgemäßen Einbau der Produkte verantwortlich als auch für deren Qualität. Du überwachst Termine, kalkulierst Kosten, dokumentierst Arbeitsabläufe und -ergebnisse. Beim Kunden vor Ort bist du Ansprechpartner für Änderungswünsche und Reklamationen. Zu deinen Aufgaben gehört es auch, die Mitarbeiter zu führen und zu motivieren.
Die Lehrgänge zum Geprüften Fachbauleiter werden von Bildungseinrichtungen der Fachverbände der Tischler und Schreiner, von Handwerkskammern und von freien Trägern angeboten. Sie umfassen in der Regel rund 300 Stunden.
Elektrofachkraft im Tischler- und Schreinerhandwerk
Als Elektrofachkraft im Tischler- und Schreinerhandwerk bist du in der Lage, bestimmte elektrische Schalt- und Montagearbeiten im Zusammenhang mit den sonstigen berufstypischen Tätigkeiten fachgerecht und sicher auszuführen. Dabei kann es sich zum Beispiel um den Anschluss eines Elektroherdes beim Einbau einer Küche handeln. Eine vorhergehende elektronische Berufsausbildung ist keine Voraussetzung.
Lehrgänge zu dieser Fortbildung werden von den Landesfachverbänden des Tischler- und Schreinerhandwerks angeboten.
Gestalter im Tischler- und Schreinerhandwerk
Als Gestalter im Handwerk verfügst du über ausgeprägte schöpferische Fähigkeiten. Du legst bei deinen Produkten besonderes Augenmerk auf die Formgebung. Schon in der Ausbildung zum Tischler oder Schreiner nimmt die Gestaltung einen hohen Stellenwert ein. In der Weiterbildung zum Gestalter im Tischler- und Schreinerhandwerk kannst du diesen Bereich für dich ausbauen.
Das Studium an den bundesweit eingerichteten Fachakademien vermittelt Kenntnisse und Fähigkeiten in den Bereichen Gestaltung und Konstruktion von Möbeln und raumbildenden Ausbauten. Behandelt werden die Themen Form und Farbe, Werkstoffe und Baukonstruktion, Darstellung und Präsentation, Freihandzeichnen, Zeichnen mit Computer-Design-Programmen sowie die fertigungstechnische Umsetzung der Entwürfe.
Tischler/Schreiner für Restaurierungsarbeiten
Als Tischler oder Schreiner für Restaurierungsarbeiten bist du eine Fachkraft im Bereich Denkmalpflege. Du arbeitest mit althergebrachten Techniken und verwendest historisches Material und Werkzeug, aber auch moderne Ersatzmittel. Dein Einsatzbereich umfasst denkmalpflegerische Bautischlerarbeiten sowie Restaurierungen in den Bereichen Innenausbau und Möbel. Du konstruierst und gestaltest Fenster oder Türen und stellst den stilgemäßen Zustand von antiken Möbeln wieder her. Zum Beispiel besserst du beschädigte Furniere und Einlegearbeiten aus. Auch die Oberflächenbehandlung führst du nach historischem Vorbild aus.
Voraussetzung für diese Fortbildung ist der Gesellenbrief im Tischler- und Schreinerhandwerk. Die Vorbereitungslehrgänge werden von den Landesfachverbänden der Tischler und Schreiner angeboten. Weitere Anbieter sind Fachakademien und Handwerkskammern.
Restaurator im Tischler- und Schreinerhandwerk
Voraussetzung für diese Fortbildung ist der Meisterbrief als Tischler oder Schreiner. Als geprüfter Restaurator stehst du in der handwerklichen Tradition, bauliche Originalsubstanz durch meisterliches Können zu konservieren, zu restaurieren und gegebenenfalls zu rekonstruieren. Einsatz und Bearbeitung historischer Werkstoffe gehören ebenso dazu wie der Umgang mit modernen Ersatzmitteln. Die Arbeit des Restaurators bringt ein hohes Maß an Verantwortung mit sich, da mit der Restaurierung auch der ideelle und materielle Wert des Objektes verbunden ist.
Lehrgänge werden an verschiedenen bundesweit eingerichteten Akademien und Bildungszentren angeboten.
Meisterprüfung im Tischler- und Schreinerhandwerk
Das Gewerk der Tischler und Schreiner gehört laut Handwerksordnung zu den zulassungspflichtigen Handwerken. Das heißt: Um einen eigenen Betrieb führen zu dürfen, musst du zunächst die Meisterprüfung ablegen. (Für Altgesellen und studierte Holzingenieure gibt es Ausnahmeregeln.) Grundlage dafür ist die Meisterprüfungsverordnung.
Du kannst dich auf die Meisterprüfung mit einer speziellen Ausbildung vorbereiten. In dieser Ausbildung erhältst du alle Qualifikationen, die zur Selbstständigkeit als Tischler oder Schreiner notwendig sind. Neben hohen praktischen Fähigkeiten musst du als Meister über umfassende betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen. Damit wirst du in die Lage versetzt, einen Handwerksbetrieb erfolgreich zu führen. Als Meister und Inhaber eines Betriebs machst du die berufsüblichen Arbeiten entweder selbst oder leitest deine Mitarbeiter an. Meister können aber auch angestellt sein. Dann wirst du als Führungskraft in Werkstätten oder Betriebsabteilungen eingesetzt. Dort bist du für die Personal-, Betriebs- und Arbeitsorganisation sowie die betriebliche Ausbildung zuständig.
Die Ausbildung zum Tischler- oder Schreinermeister dauert ein bis zwei Jahre. Die entsprechenden Kurse werden bundesweit an Meisterschulen angeboten. Länge und Qualität sind unterschiedlich.
Wettbewerbe als Berufs-Challenges
Als Azubi und Geselle im Tischler- und Schreinerhandwerk kannst du nicht nur in deinem Betrieb zeigen, was du drauf hast. Dich erwarten auch spezielle Challenges. Dabei geht es um dein handwerkliches Können und das Design deines Gesellenstücks. Du kannst an drei Wettbewerben teilnehmen:
"Die Gute Form"
Beim Wettbewerb "Die Gute Form" im Tischler- und Schreinerhandwerk dreht sich alles um die Gesellenstücke, die am Ende der Ausbildung gefertigt werden. Der Wettbewerb zeichnet Gesellenstücke aus, die exzellent gestaltet sind.
Die Innungsorganisation der Tischler und Schreiner richtet "Die Gute Form" jedes Jahr zunächst auf Innungs-, dann auf Landes- und schließlich auf Bundesebene aus. Eine Experten-Jury wählt auf jeder Ebene die Stücke aus, die eine Runde weiter kommen. Höhepunkt ist eine öffentliche Ausstellung der Gesellenstücke der Landessieger. Der Bundesverband Holz und Kunststoff (BHKH) organisiert sie im Rahmen eines großen Messe-Auftritts. Dort werden auch die drei Bundessieger und der Publikumssieger gekürt.
Eindrücke vom Bundeswettbewerb der "Guten Form 2010" findest du hier.
Der Leistungswettbewerb
Beim Leistungswettbewerb im Tischler- und Schreinerhandwerk kommt es auf dein handwerkliches Können an. Der Innungsverbund der Tischler und Schreiner und die Kammerorganisation des Deutschen Handwerks organisieren diesen Wettbewerb jedes Jahr. Zunächst findet er auf Innungs- und Kammerebene statt, dann auf Landes- und schließlich auf Bundesebene. Der Bundeswettbewerb gilt als inoffizielle Deutsche Meisterschaft des Gewerks.
Eine Experten-Jury bestimmt auf jeder Ebene die Sieger. Sie kommen eine Runde weiter. Auf Innungs- und Kammerebene bewertet die Jury dein Gesellenstück, das du am Ende deiner Ausbildung baust. Auch die zugehörige Werkzeichnung sowie die Arbeitsproben, die du im Rahmen der Gesellenprüfung ablieferst, fließen in die Bewertung ein. Im Landes- und im Bundesentscheid müssen die Teilnehmer eine gesonderte Arbeitsprobe fertigen - unter Aufsicht, an einem festgelegten Ort und innerhalb einer bestimmten Zeit.
Eindrücke vom Bundesentscheid 2009 findest du hier.
Die Berufsweltmeisterschaften
Die Berufsweltmeisterschaften finden alle zwei Jahre in einem anderen Land statt. Auch du kannst dabei sein! Bei den Tischlern und Schreinern gibt es gleich zwei Kategorien, in denen die Teilnehmer aus aller Herren Länder sich messen: den Bereich Möbeltischler und den Bereich Bautischler. Der Bundesverband Holz und Kunststoff (BHKH) entsendet für beide Kategorien jeweils einen Teilnehmer: die Bundessieger der zurückliegenden Leistungswettbewerbe.
Dank ihrer exzellenten Ausbildung und eines gründlichen Trainings im Vorfeld belegen die deutschen Tischler und Schreiner regelmäßig vordere Plätze. Bei der WM 2009 erkämpften sie sich eine Silbermedaille und eine Medaille für exzellente Leistungen.
Eindrücke von der Berufs-WM 2009 findest du hier.
Infos der Fachverbände
An der Spitze der Innungsorganisation der Tischler und Schreiner steht der Bundesverband Holz und Kunststoff (BHKH). Seine Mitglieder sind die 15 Landesverbände, die wiederum die Innungen vor Ort vertreten. Gemeinsam setzen sich alle für die Betriebe des Gewerks ein.
Auch auf den Internet-Seiten des BHKH und seiner Landesverbände findest du Infos zum Beruf des Tischlers und Schreiners. Klicke einfach auf den zugehörigen Link:
- Tischler.de
- Bundesverband Holz und Kunststoff
- Landesverband Schreinerhandwerk Baden-Württemberg
- Fachverband Schreinerhandwerk Bayern
- Tischler-Innung Berlin
- Fachverband Holz und Kunststoff Brandenburg
- Wirtschaftsverband holz- und kunststoffverarbeitendes Handwerk Freiburg
- Fachverband hessenTischler
- Fachverband Holz und Kunststoff Mecklenburg-Vorpommern
- Fachverband des Tischlerhandwerks Niedersachsen/Bremen
- Fachverband Holz und Kunststoff Nord
- Fachverband des Tischlerhandwerks Nordrhein-Westfalen
- Landesverband Holz und Kunststoff Rheinland-Pfalz
- Wirtschaftsverband Holz und Kunststoff Saar
- Fachverband Holz und Kunststoff Sachsen
- Fachverband Holz und Kunststoff Sachsen-Anhalt
- Landesinnungsverband des holz- und kunststoffverarbeitenden Handwerks Thüringen
Schreiner-Team

Alter: 27 Jahre
Beruf aktuell: Schreinermeister
Betrieb: Schreinerei Daxenberger
Anschrift Betrieb: Am Schachfeld 9, 83370 Seeon
Berufsziel: mittelfristiger Reichtum
Beim Wettkampf Tischler vs. Schreiner war ich dabei, weil es eine tolle Aufgabe war, das Bewerbungsvideo zu drehen und eine neue Erfahrung einen "richtigen" Film zu drehen.
Den Film-Dreh fand ich eine tolle Erfahrung, weil wir ein lustiges Team waren und geile Aufgaben bekommen haben.
Persönliches Motto: Wähle einen Beruf, den du liebst, und du musst keinen Tag im Leben mehr arbeiten.

Alter: 19 Jahre
Beruf aktuell: Schreiner-Azubi
Betrieb: Firma Loher
Anschrift Betrieb: Wallersdorferstraße, 94522 Wallersdorf
Berufsziel: Schreinermeisterin mit eigenem Betrieb
Beim Wettkampf Tischler vs. Schreiner war ich dabei, weil ich zu den Besten gehöre und ich gecasted wurde :-)
Den Film-Dreh fand ich hammermäßig, weil dafür ein enormer Aufwand betrieben wurde und das Ergebnis professionell ist.
Persönliches Motto: So wie der Schreiner kann's keiner!!!

Alter: 21 Jahre
Beruf aktuell: Schreiner-Azubi
Betrieb: Feine Möbel GmbH
Anschrift Betrieb: Kreuzstraße 20, 67583 Guntersblum
Berufsziel: Möbeldesigner
Beim Wettkampf Tischler vs. Schreiner war ich dabei, weil ich Lust auf Neues hab und man sich nicht alle Tage am Set die Zeit vertreibt.
Den Film-Dreh fand ich hammergeil, weil so viele kreative und junge Leute gleichzeitig für ein Projekt zusammengearbeitet haben. Mehr davon, weiter so!
Persönliches Motto: Can't always get what you want, but life is what you make it!

Alter: 22 Jahre
Beruf aktuell: Schreiner-Lehrling
Betrieb: Schreinerei Daxenberger
Anschrift Betrieb: Am Schachfeld 9, 83370 Seeon
Berufsziel: selbstständiger Architekt mit guten Kontakten nach Südamerika
Beim Wettkampf Tischler vs. Schreiner war ich dabei, weil ich endlich mal berühmt werden will.
Den Film-Dreh fand ich affengeil, weil das Catering einen guten Job gemacht hat.
Persönliches Motto: Nur Schreiner machen Frauen glücklich!
Tischler-Team

Alter: 20 Jahre
Beruf aktuell: Auszubildender Tischler
Betrieb: Haase & Co
Anschrift Betrieb: An der Ochsenwiese 31, 55124 Mainz
Berufsziel: Adoptivkind von Bruce Willis
Beim Wettkampf Tischler vs. Schreiner war ich dabei, weil das eine super Erfahrung war und natürlich entlohnt wurde :-)
Den Film-Dreh fand ich saugut, weil die Wettkämpfe ziemlich cool waren.
Persönliches Motto: Liegt der Schreiner tot im Zimmer, lebt er nimmer.

Alter: 24 Jahre
Beruf aktuell: Tischler-Azubi
Betrieb: Tischlerei Mehlig
Anschrift Betrieb: Beesenweide 14, 25436 Moorrege
Berufsziel: Berufsschullehrer
Beim Wettkampf Tischler vs. Schreiner war ich dabei, weil mich die Neugier gepackt hatte.
Den Film-Dreh fand ich interessant, weil es eine neue Erfahrung für mich war.
Persönliches Motto: Auf eine Tasse Reis zwei Tassen Wasser.

Alter: 25 Jahre
Beruf aktuell: Tischler-Lehrling
Betrieb: Haase & Co.
Anschrift Betrieb: An der Ochsenwiese 31, 55124 Mainz
Berufsziel: Meister
Beim Wettkampf Tischler vs. Schreiner war ich dabei, weil ich mich mit anderen Teilnehmern messen wollte.
Den Film-Dreh fand ich super, weil es interessant war, auch hinter die Kulissen sehen zu können.
Persönliches Motto: Träume als lebst du ewig, lebe als stirbst du morgen.

Alter: 22 Jahre
Beruf aktuell: Tischler-Azubi
Betrieb: Tischlerei Giefer
Anschrift Betrieb: Mühlenfeld 23, 53332 Bornheim
Berufsziel: Filmstar
Beim Wettkampf Tischler vs. Schreiner war ich dabei, weil ich immer neue Herausforderungen suche und viel erleben möchte.
Den Film-Dreh fand ich super, weil es sehr viel Spaß gemacht hat und ich viele Erfahrungen machen konnte.
Persönliches Motto: Träume nicht Dein Leben, lebe Deinen Traum!

